120 Kilometer, Fluchen, Lachen, Verzweiflung und Stolz
…all das, vieles mehr und ein jähes Ende für alle, das durfte ich in den letzten Tagen erleben.
Seit einigen Jahren bietet die Jugendhilfe im Strafverfahren Dresden jungen Männern den “Pilger- & Arbeitsweg” an.
Gemeinsam mit anderen 18- bis 20-jährigen gehen sie für 5 Tage den „Sächsischen Jakobsweg“. Dieser führt über Tagesetappen zwischen 15 und 35 km von Dresden nach Chemnitz. Die Unterkünfte sind schlicht. Gekocht wird füreinander. Gestartet wird erst, wenn alle Arbeiten vor Ort erledigt sind.
Körperlich und mental führt sie das oft weit aus ihrer Komfortzone. Sie erleben und lernen dabei viel. Immer wieder müssen sie sich entscheiden, ob & wie sie diesen Weg bis zum guten Ende gehen können. Zudem gibt es bis zur letzten Minute die Chance, gegen Regeln zu verstoßen und ausgeschlossen zu werden.
Einmal im Jahr darf ich sie als Coach dabei begleiten.
Immer wieder bin ich beeindruckt, wozu die jungen Männer in der Lage sind. Vorher klar und dennoch überwältigend ist, was jeder einzelne an emotionalem Gepäck im Rucksack hat. Allein der Weg bewegt sie sehr. Wir als Begleiter geben zudem Impulse zur Reflexion. Schritt für Schritt kommen sie so voran. Etappe für Etappe wachsen sie. Oft über sich und ihre Vorerfahrungen hinaus. Sie erleben sich erfolgreich, trotz der vielen Widerstände. Am Ende sind sie unglaublich stolz und werden diese Erfahrung mit in ihr Leben nehmen. Sie werden sie brauchen, denn absetzen können sie nach diesem Pilger- und Arbeitsweg nur den sichtbaren Rucksack.
Dieses Mal gab es erst einmal kein gutes Ende für niemanden.
Am dritten Tag, welcher immer der längste ist, flog uns die Dynamik um die Ohren. Ausgelöst von einem Fehltritt, der sich aus unserer Sicht als Begleiter schnell hätte korrigieren lassen, kam es zu hitzigsten Debatten. Zum Einordnen: Wir waren bis dahin gut 12 Stunden unterwegs, knapp 30 km gelaufen und es war einiges nach Mitternacht. Trotz vieler Versuche zur Deeskalation steigerten sich die bedrohlichen Szenarien. Diese richteten sich zuletzt ausschließlich auf uns, so dass wir keine andere Möglichkeit sahen, als den Abbruch für alle zu vollziehen. Das hieß für uns zu gehen und für die Teilnehmenden, ab dieser Stelle selbständig und auf eigene Kosten den Heimweg anzutreten.
Das gab es bisher noch nie und war definitiv das Gegenteil von einem guten Ende, das wir jedem einzelnen und uns gewünscht hatten.
Bis jetzt, ein paar Tage danach, ließen sich ein paar Dinge klären. Z.B. haben drei der Teilnehmer den Weg vollständig anerkannt bekommen, was sie über die Maßen gefreut und mich total erleichtert hat. Mit anderen gibt es noch Gesprächs- und Klärungsbedarf. Zugleich bleibt die Hoffnung, dass auch ihnen der Weg trotz der fehlenden rechtlichen Anerkennung wertvolle Erkenntnisse gebracht hat.
Warum ich das alles hier erzähle?
Es sind die Parallelen zu allen Menschen und Teams, die ich bei meiner Arbeit als Coach kennenlernen durfte.
🥾 wir alle sind auf dem Weg
🎒 haben Herausforderungen (individuell und im Miteinander erst recht)
🧩 Kontext entscheidet so viel
§ Es braucht definitiv keine Straftaten, um sich begleitet auf den eigenen Weg machen zu können.
🟢 Wenn du das ausprobieren möchtest, kann ich dir meinen 🥾Gedankengang 🥾 empfehlen.
🟢 Natürlich biete ich auch weiterhin Team- oder Einzelcoaching indoor an 😉
👉🏼 Infos und Terminvereinbarung gern direkt telefonisch📱 +49 173 4037584
Vielen Dank für dein Interesse und bis bald.
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